Computergestützte Pipeline
BE-PROTECT schafft verbesserte Bioabwehrmaßnahmen „made in Belgium“, die Bewertung, Prävention und Vorsorge sowie Reaktion und Wiederherstellung bei biologischen Vorfällen optimieren sollen. Dazu entwickelt das Projekt eine computergestützte Pipeline für eine umfassende In-silico-Proteincharakterisierung, die experimentelle Informationen auf Genomebene über Bioagenzien interpretiert – ob natürlich vorkommend oder in böswilliger Absicht freigesetzt.
Die entscheidende Neuheit des Ansatzes besteht darin, dass er auch die nicht faltenden, flexiblen Regionen von Proteinen berücksichtigt. Viele Pathogenmechanismen nutzen solche flexiblen Regionen, um Wirtszellen zu infizieren und in sie einzugreifen, doch wegen der Schwierigkeit, diese Regionen zu charakterisieren und zu interpretieren, bleiben sie meist unberücksichtigt.
BE-PROTECT erreicht dieses Ziel, indem es öffentlich verfügbare Daten, vorhandene Methoden und den verantwortungsvollen Einsatz von KI kombiniert, um Funktion und wahrscheinliche Zielstrukturen der Proteine von Bioagenzien zu bestimmen, sie mit annotierten Pathogenproteinen und mit Wirtsproteinen zu vergleichen und anschließend wahrscheinliche Proteininteraktionen sowie mögliche Wirkstoffe zur Störung des Bioagens über Wirkstoff-Repurposing und KI-entworfene Mini-Binder zu identifizieren.
Die computergestützte Pipeline ist als vollständig Dual-Use angelegt, mit einer öffentlichen Komponente für allgemeine Maßnahmen des Gesundheitsschutzes und einer privaten Komponente für die Bioabwehr im Zusammenhang mit sensiblen Bioagenzien, wobei die Eingabedaten der Pipeline und ihre Ergebnisse vollständig parallel und sicher verarbeitet werden können.